Nach Österreich 01 folgt nun Österreich 02! Nachdem ich die Herstellung von Loden miterleben durfte bin ich dann mit meinem Zelt und Auto weiter gezogen nach Hallstatt an den Hallsättersee. Eine wirklich wunderschöne und atemberaubende Gegend. Ich kann jetzt verstehen warum es so viele Chinesen und Koreaner dahin zieht und vor allen Dingen warum sie dieses einzigartige Örtchen bei sich in ihrem Land 1:1 nachgebaut haben.

In Hallstatt selbst hatte ich zwar nicht vor eine Firma zu besuchen aber von Hallstatt aus waren die Firmen für die nächsten Tage alle sehr gut zu erreichen. Nach der ersten Nacht in Hallstatt auf einem vollkommen ausgebuchten Campingplatz bin ich nach Bad Ischl gefahren um einen Freund aus der Schulzeit zu besuchen. Aus der Schulzeit klingt zwar so weit weg aber ich habe ihn wirklich schon mehrere Jahre nicht mehr gesehen, da er damals bereits vor dem Abitur weggezogen ist. So verbrauchte ich einen schönen Tag in Bad Ischl mit dem Besuch auf dem Siriuskogl und liess mir natürlich die Konditorei Zauner mit all ihren leckeren Kreationen nicht entgehen.

Nach einer weiteren Nacht in Hallstatt besuchte ich dann das Handwerkhaus in Bad Goisern. Das Handwerkhaus ist ein Verein der sich zur Aufgabe gemacht hat traditionelles und hochwertiges Handwerk aus dem Salzkammergut zum einen zu bewahren aber auch touristisch und wirtschaftlich zu nutzen. Im Handwerkhaus ist immer eine wechselnde Ausstellung von verschiedenen Handwerksbetrieben, die ich mir natürlich nicht habe entgehen lassen. Besonders interessant war eine Firma, die sich auf die Produktion von Handtaschen aus Fischleder spezialisiert hat.

Am nächsten Tag bin ich dann nach Sankt Martin im Tennengebirge gefahren und habe dort die Salzburger Federkielsticker besucht. Beeindruckend fand ich bisher bei allen Betrieben, egal wie lang die Wartezeit für den Kunden ist, alle haben immer noch eine enorme Gelassenheit bei der Arbeit. Das geht aber natürlich nur, weil der Kunde die Arbeit so wertschätzt, dass er es gut akzeptieren kann wenn er ein oder mehrere Jahre auf ein Paar Schuhe oder einen Ranzen (Gürtel) warten muss. Ich durfte mir die Werkstatt anschauen und habe die Federkielsticker beim Besticken beobachtet und selbstverständlich auch fotografiert. Die Fotos könnt ihr in der Galerie begutachten.

Eine sehr beeindruckende Arbeit die eben auch diese Gelassenheit braucht, da man mit Hektik nicht schneller wird, sondern eher schlampige Resultate erzielt.
Am nächsten Morgen bin ich dann für ein Paar Tage zu meiner Familie in die Nähe von Zell am See gefahren. Obwohl ich es jedes Jahr im Sommer nur für ein Paar Tage schaffe vorbei zu kommen, war es so als ob ich erst gestern da gewesen bin - so entspannt und schön, eben einfach Familie. In der Woche habe ich dann die Ironman-Weltmeisterschaft mitbekommen und bin mit meiner Tante und meinem Onkel auf die Sausteige hinauf gewandert. Im Morgengrauen, im wahrsten Sinne des Wortes, sind wir los gewandert und haben dann nach ca. einer Stunde die Nebeldecke durchbrochen und hatten blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein dennoch waren es noch zwei weitere Stunden durch den Wald und über Wiesen bis zum Gipfel. Mein Onkel war um einiges schneller und wartet schon am Gipfelkreuz auf uns. Im Sonnenschein auf einer alten Bank haben wir dann gefrühstückt. Da schmeckt so ein belegtes Brot noch tausendmal besser. Am darauffolgenden Tag machte ich mich dann weiter auf den Weg. Wohin mich die Suche nach alten Techniken dann führte könnt Ihr bald im nächsten Blog-Eintrag nachlesen.