Aus biographischen Gründen habe ich mich auf eine Recherchereise durch Österreich begeben und habe dort alte Handwerkstechniken kennengelernt. Insbesondere habe ich mich mit Blaudruck, Leinenweberei, Federkielstickerei, Säcklerei, Seidenhanddruck und Loden beschäftigt. In meiner Arbeit beschreibe ich einige dieser Techniken, beleuchte Ihren Hintergrund und die augenblickliche Situation der Handwerksbetriebe und Produktionsstätten.

Der Titel meiner Arbeit lautet STAttTRADITION. Das Wort 'statt' ist zum einen die Kurzform von anstatt und zum anderen, abstammend aus dem Althochdeutsch, bedeutet es Standort bzw. Stätte. Diese unterschiedlichen Begrifflichkeiten lasse ich in meiner Kollektion aufeinandertreffen.

Im Gegensatz zu der schnelllebigen heutigen Gesellschaft möchte ich dazu animieren, sich Zeit zu nehmen, die Besonderheiten der Dinge wieder bewusst wahrzunehmen. Die Kollektion macht auf den besonderen Schatz aufmerksam und zeigt auf, was die alten Handwerkstechniken bieten und wie vielfältig diese einsetzbar sind. 

Leder, Leinen und Loden sind die Basis meiner Arbeit und es entstand eine Damen- und Herrenkollektion. Mit dem leichten sommerlichen Leinen entwickelte ich eine Damenkollektion, die mit ihren Produkten die potentielle Trägerin durch den ganzen Tag begleitet. Die Herrenkollektion, geprägt von Loden und Leder, hält hingegen jedem winterlichen Sturm stand. Die Verschlüsse und Metallteile in Kupfer gehalten, sind inspiriert von den Kupferdächern in Salzburg. Sie dürfen leben und verändern somit mit der Zeit ihre Farbigkeit. 

Die Frauenkollektion ist überwiegend in den Farben Grau und Weiß gehalten. Eine sommerliche leichte Note kommt durch ein Grün und das Königsblau. Bei der Herrenkollektion blieb die ländliche Inspiration stärker erhalten, auch weil es sich um eine Winterkollektion handelt. Es dominiert das Blau, das vom Blaudruck seinen Ursprung hat, sowie erdige Töne. 

Die besonderen Stickereien der Goldhauben entdeckt man in der Kollektion bei den Schals. Statt dem Gold kommt auch hier wieder das Kupfer zum Einsatz. Dadurch verändert sich das Statussymbol der schweren Goldhauben hin zu einem zwar exklusiven, aber leichten und dezenten Detail. Die alten filigranen Muster der Federkielstickerei habe ich stark vergrößert um sie dann auf den Loden mit der Siebdrucktechnik aufzudrucken. Um die Haptik der Federkiele anzudeuten wurden vereinzelte Elemente des Drucks noch mit Baumwollgarn bestickt. Jeder Druck ist anders und jede Stickerei von Hand gearbeitet, wodurch jede Tasche und jeder Schal zu einem Unikat wird. Die Stickereien brauchen Zeit und geben so dem Produkt eine ganz eigene Wertigkeit. Das Leinen kommt deutlich sichtbar außen auf den Taschen zum Einsatz. Mit Siebdruck bedruckt und dann bestickt bekommt das Leinen eine besondere Optik. Auch im Innenfutter wird das Leinen bedruckt allerdings durch einen Model. 

Auf meiner Reise ist eine Fotoreihe entstanden, die ich "Stadtstrukturen" nenne. Bei meinen Streifzügen durch die Stadt habe ich interessante architektonische Zusammenhänge und Konflikte gesucht und gefunden. Die verschiedenen Strukturen von Dächern, Fassaden und Uferpromenaden habe ich zu einer Form zusammengefügt und so die verschiedenen Städte miteinander verbunden um eine neue Struktur aus vielen zu kreieren. Das daraus entstandene Bild aus klaren, zögernden und unterbrochenen Linien findet sich nun auf meinem selbst entworfenen Model wieder. Der Model wurde in Zusammenarbeit mit einem Werkzeugmacher konzipiert und mit Hilfe einer CNC-Maschine aus einem CAD-Modell in Aluminium gefräst. 

 So schließt sich für mich der Kreis, der alte Handwerkstechniken mit modernem Design und neuester Technik verbindet. 

Nach Österreich 01 folgt nun Österreich 02! Nachdem ich die Herstellung von Loden miterleben durfte bin ich dann mit meinem Zelt und Auto weiter gezogen nach Hallstatt an den Hallsättersee. Eine wirklich wunderschöne und atemberaubende Gegend. Ich kann jetzt verstehen warum es so viele Chinesen und Koreaner dahin zieht und vor allen Dingen warum sie dieses einzigartige Örtchen bei sich in ihrem Land 1:1 nachgebaut haben.

In Hallstatt selbst hatte ich zwar nicht vor eine Firma zu besuchen aber von Hallstatt aus waren die Firmen für die nächsten Tage alle sehr gut zu erreichen. Nach der ersten Nacht in Hallstatt auf einem vollkommen ausgebuchten Campingplatz bin ich nach Bad Ischl gefahren um einen Freund aus der Schulzeit zu besuchen. Aus der Schulzeit klingt zwar so weit weg aber ich habe ihn wirklich schon mehrere Jahre nicht mehr gesehen, da er damals bereits vor dem Abitur weggezogen ist. So verbrauchte ich einen schönen Tag in Bad Ischl mit dem Besuch auf dem Siriuskogl und liess mir natürlich die Konditorei Zauner mit all ihren leckeren Kreationen nicht entgehen.

Nach einer weiteren Nacht in Hallstatt besuchte ich dann das Handwerkhaus in Bad Goisern. Das Handwerkhaus ist ein Verein der sich zur Aufgabe gemacht hat traditionelles und hochwertiges Handwerk aus dem Salzkammergut zum einen zu bewahren aber auch touristisch und wirtschaftlich zu nutzen. Im Handwerkhaus ist immer eine wechselnde Ausstellung von verschiedenen Handwerksbetrieben, die ich mir natürlich nicht habe entgehen lassen. Besonders interessant war eine Firma, die sich auf die Produktion von Handtaschen aus Fischleder spezialisiert hat.

Am nächsten Tag bin ich dann nach Sankt Martin im Tennengebirge gefahren und habe dort die Salzburger Federkielsticker besucht. Beeindruckend fand ich bisher bei allen Betrieben, egal wie lang die Wartezeit für den Kunden ist, alle haben immer noch eine enorme Gelassenheit bei der Arbeit. Das geht aber natürlich nur, weil der Kunde die Arbeit so wertschätzt, dass er es gut akzeptieren kann wenn er ein oder mehrere Jahre auf ein Paar Schuhe oder einen Ranzen (Gürtel) warten muss. Ich durfte mir die Werkstatt anschauen und habe die Federkielsticker beim Besticken beobachtet und selbstverständlich auch fotografiert. Die Fotos könnt ihr in der Galerie begutachten.

Eine sehr beeindruckende Arbeit die eben auch diese Gelassenheit braucht, da man mit Hektik nicht schneller wird, sondern eher schlampige Resultate erzielt.
Am nächsten Morgen bin ich dann für ein Paar Tage zu meiner Familie in die Nähe von Zell am See gefahren. Obwohl ich es jedes Jahr im Sommer nur für ein Paar Tage schaffe vorbei zu kommen, war es so als ob ich erst gestern da gewesen bin - so entspannt und schön, eben einfach Familie. In der Woche habe ich dann die Ironman-Weltmeisterschaft mitbekommen und bin mit meiner Tante und meinem Onkel auf die Sausteige hinauf gewandert. Im Morgengrauen, im wahrsten Sinne des Wortes, sind wir los gewandert und haben dann nach ca. einer Stunde die Nebeldecke durchbrochen und hatten blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein dennoch waren es noch zwei weitere Stunden durch den Wald und über Wiesen bis zum Gipfel. Mein Onkel war um einiges schneller und wartet schon am Gipfelkreuz auf uns. Im Sonnenschein auf einer alten Bank haben wir dann gefrühstückt. Da schmeckt so ein belegtes Brot noch tausendmal besser. Am darauffolgenden Tag machte ich mich dann weiter auf den Weg. Wohin mich die Suche nach alten Techniken dann führte könnt Ihr bald im nächsten Blog-Eintrag nachlesen.

So, hallo! Ich melde mich mal wieder! Ich war in Österreich unterwegs und bin nun wieder in Pforzheim. Die letzen Wochen habe ich bei verschieden Firmen an unterschiedlichsten Orten und auf diversen Campingplätzen verbracht. Von Sturm und Regen bis Sonnenschein war alles dabei der Schnee ist mir Gott sei dank erspart geblieben.

Aber erst ein mal von ganz vorne. Meine Reise habe ich in der Barockstadt Salzburg begonnen in der meine Eltern studiert haben. Von Salzburg habe ich ja auch schon ein paar Bilder hochgeladen. Dann ging es weiter nach Ramsau am Dachstein Gebirge. Das Dachstein Gebirge soll ganz beeindruckend sein nur leider blieb das Gebirge während meines gesamten Aufenthaltes einfach in einer Wolken/Nebeldecke versteckt.

So hatte ich dann genug Zeit, statt das Gebirge zu bewundern, die dortigen Firmen anzusehen. Zum einen Lodenwalker und zum anderen in Mandling Loden Steiner 1888. In Mandling bei Loden Steiner 1888 konnte ich an einer Führung teilnehmen in der wir durch die ganze Produktion geführt wurden und jeder Schritt beschrieben und durch einen Film veranschaulicht wurde. In der Produktion arbeiten ca. 35 Mitarbeiter. Die Produkte von Steiner 1888 werden in drei Bereiche aufgeteilt zum Einen die Produktion für große Modelabels zum Zweiten für die ganzen Trachtenschneider wie Lodenfrey und zum Dritten für die eigene Produktion für Decken, Kissen usw...

Am Nachmittag besuchte ich dann noch den Lodenwalker in Ramsau. Hier geht man selber durch die Produktion und anhand von Schautafeln wird alles erklärt und wenn man noch mehr wissen will dann sind auch wirklich sehr hilfsbereite Mitarbeiter an den Maschinen und beantworten alles. Ich konnte somit einen sehr guten Eindruck bekommen von den ganzen Abläufen wie aus Wolle dann am Ende Loden wird.

Im Rahmen eines Hochschulprojekts im vergangenen Semester ist eine spannende und verrückte Kollektion entstanden, die ich euch auf gar keinen Fall vorenthalten möchte. Unter dem prägnanten Namen FISCHPELZ präsentiere ich meine Accessoires und Schmuckteile am kommenden Wochenende auf der Werkschau der Hochschule Pforzheim in der Emma-Jaeger-Straße 20. 

Ihr könnt jetzt schon einen Blick auf meine einzigartigen Kreationen werfen! Diese bestehen zum einen aus   Kunstrasen, gefärbtem Fell, Silikon und einigen kleinen Freunden aus dem Anglerbedarf, die sich schon ganz bestimmt auf die bewundernden Blicke freuen!

 

Die Streichhölzer sind los! Die Streichhölzer haben gegenüber Gasfeuerzeugen den Vorteil, dass sie auch bei strengem Frost funktionieren. Aber heute lässt sich der Frühling ja schon ein wenig Blicken, auch wenn der Wind noch eisig ist. Euch allen ein schönes Wochenende.

 

So, nun endlich ein paar Bilder aus Paris. Es war wunderschön und inspirierend. Nun bin ich wieder in Pforzheim :)

Bastel Sister - Keramik Edition.

Form formen, mit ner Glasur glasieren, bei 1000°C in den Ofen - zack fertich: Tassen & Schalen.

Nach einem gemütlichen und familiären Weihnachtsfest, leckerem Essen und einem ruhigen Silvesterabend mit ausgefallenen Gerichten bin ich nun im neuen Jahr angekommen. Ich hoffe ihr hattet auch alle sehr schöne Tage und konntet die Zeit mit der Familie genießen.

Im letzten Jahr gab es viele schöne aber auch traurige Ereignisse und auch der Ausblick auf das Jahr 2015 ist vielversprechend. So waren schon die letzten paar Tage in den Bergen in Brand ein wunderschöner Anfang. Im Februar steht die Werkschau der Hochschule Pforzheim an zu der ich alle schon jetzt herzlichst einlade. Am 6. & 7. Februar 2015 findet diese in der Holzgartenstr. 36 in Pforzheim statt. Mitte Februar geht es nach Paris auf die Première Vision. Von dort werde ich sicher viel Neues zu berichten haben! Wenn ihr immer am Ball bleiben möchtet dann folgt mir doch einfach auf Facebook

Nun wünsche ich allen ein gesundes und glückliches, erfolgreiches Jahr 2015! 

Liebe Grüße,
Marie Luise Claus

Vergangene Woche entstand ein neues Headpiece. Es ist verhältnismäßig groß geworden, jedoch bei einem wunderschönen Anlass sehr gut zur Geltung gekommen. Verziert ist der Kopfschmuck mit kleinen türkisfarbenen Perlen und Gänsereissfedern. Diese Art der Kopfschmuck Kreation habe ich in einem Vorpraktikum erlernt.

Erst einmal vielen Dank für die Unterstützung!!

Wie bereits erwähnt, werde ich in der gesamten Adventszeit hin und wieder auf unterschiedlichen Märkten und Festen vertreten sein.

Los geht es bereits dieses Wochenende! Und zwar in Niefern bei Pforzheim auf dem Nikolausmarkt. Ich bin leider nicht persönlich vor Ort aber Marleen von Erbs & Mörli hat diverse Mäppchen von mir dabei und stellt diese aus. Also, wenn ihr in der Nähe seid und am Wochenende noch nichts vor habt, dann schaut doch einfach kurz vorbei :) !

So nun ist es soweit :) Claus ist online!!

Ich freue mich! Ein weiterer Schritt ist getan und das noch rechtzeitig vor dem Winter.

Wer jetzt noch keine Lieblingsmütze für die kalten Tage hat, oder wem noch der passende Schal zum Wintermantel fehlt, der kann sich hier gerne umsehen und per Mail bestellen. Neben den Schals, Mützen und mehr kann man auch alle meine Projekte vor, neben und während dem Studium anschauen und wer fragen hat kann mich immer gerne kontaktieren!

Viel Spaß beim stöbern und einen schönen Herbst wünsche ich Euch!


Wenn ich aus dem Fenster blicke sehe ich, wie mehrfach am Tag und in der Nacht die Feuerwehrautos losfahren um zu helfen. Der Feuerwehrschlauch rettet Leben und erzählt somit eine eigene Geschichte, doch wenn er kaputt ist wird er entsorgt und ist unwichtig.
Wenn ein Fahrrad einen Platten hat, kommt es in die Werkstatt und bekommt einen neuen Schlauch, doch was passiert mit dem Alten ?


Ich habe mich der Schläuche angenommen und ihnen einen neuen Wert gegeben, verarbeitet in Schuhen und Taschen für Männer können sie weiter ein Teil im Leben einer Person sein und erzählen eine Geschichte aus der Vergangenheit.

„Print follows forms“ - Pop-Kultur der 1970er Jahre In der Kollektion verbinde ich die typischen Farben der 70er Jahre mit der japanischen Papierfaltkunst Origami. Die Taschen sind aus einem quadratischen Stoffstück und haben jeweils nur eine Naht, sie bekommen durch die geschickte Faltung ein einzigartige Form. Der aufklappbare, vordere Teil der Tasche ist inspiriert von der Mini-Mode Anfang der 70er Jahre, dem trapezförmigen Schnitt des Cocktailkleids. Der Pop-Up Effekt zeigt sich durch das knalligfarbene Futter, sowie durch die veränderbaren Vordertaschen. Der Print in Orange und Violett, wie oben schon erwähnt, repräsentiert die Mode der 70er Jahre. Orange spendet Kraft, lockert und aktiviert den Betrachter oder Träger, es muntert auf. Violett als Farbe der Macht und Extravaganz bietet dazu einen spannenden Kontrast. Der zweite Print ist inspiriert von der Hippie-Mode. Hierzu wurden unterschiedliche Motive, sowie Zeichnungen verschiedener Künstler aus unterschiedlichen Epochen verwendet, um die in dieser Dekade aufkommende Ambivalenz der verschiedenen Stilrichtung aufzugreifen.  

Moskau - eine Stadt der Superlative zwischen traditionellen Zwiebeltürmen und gewaltigen, modernen Hochhäusern. Eine gespaltene Stadt zwischen arm reich. Eine schnelle Stadt. In der Metro eng gedrängt stehen junge Geschäftsleute neben alten Marktfrauen. Jedes Jahr steigen neue Hochhäuser in den Himmel auf und in den Vororten und auf dem Land zerfallen die alten Gebäude. In der Kollektion verarbeite ich diese verschiedenen Eindrücke der Metropole, beziehe mich aber nicht nur auf die Gegensätze, sondern greife auch die Strukturen in Form des Stadtplans auf. Der Print, in Blau gehalten, steht im Kontrast zu dem hellen Segeltuch. (wie auch der Kontrast in der Gesellschaft zu finden ist). Die einzelnen Lederteile in braun, spiegeln das Robuste und Ländliche wieder. Fäustling und Fingerhandschuh in der Kombination sollen durch den Pelz Schutz und Wärme spenden begibt man sich in die raue Natur der Vororte und der Fingerhandschuh aus Hirschleder deutet das moderne aufstrebende Moskau an, fein, edel und kostbar.